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Hanz

Der Hanz normale Wahnsinn - ein nicht ganz so gewöhnliches Wochenende

Ich bin zu Hause. Und platt. Dafür aber mit jeder Menge Eindrücke im Gepäck wieder zurückgekehrt.
Am Freitag klingelte mein Wecker um 6.15 Uhr. Für einen Slammer/Studenten eigentlich keine unverantwortungsbewusstlose Zeit, aber der bevorstehende Tag holte mich doch vergnügt aus dem Bett. Nachdem ich Klamotten, Kulturbeutel, Texte und Reisepass (mein Personalausweis ist seit Februar abgelaufen, ich warte aber noch bis November, um einen neuen zu beantragen, weil mir irgendjemand sagte, ab dem Zeitpunkt könne man seinen Künstler-/Ordensnamen wieder eintragen lassen - yeah!) in meinen kleinen Rucksack (heute mal nicht der "Slammerrucksack" mit 75+15 l, wollte nur mit Handgepäck reisen) packte, Anzug, Schuhe und Schlafsack ins Auto warf und per web-check-in meinen boarding Pass ausdruckte, fuhr ich nach Leinfelden, um das Auto dort in Flughafennähe abzustellen und mit der Bahn die restlichen zwei Stationen zu fahren.
Da es aber - wie schon angemerkt - noch recht früh am Morgen war und ich noch nie lediglich mit Handgepäck flog, musste ich natürlich erst einmal Duschgel, Shampoo und Deo der großen blauen Tonne spenden. Das macht besonders Freude, wenn der heißeste Tag des Jahres ansteht.
Zum ersten Mal durfte ich dann mit einer Propellermaschine fliegen. Nach einem Sekt und einigen Artikeln der neuen "Mädchen" war es dann aber auch schon wieder vorbei und landete wohlbehalten in Düsseldorf (ja - in der Tat. Es mag bescheuert klingen. Der Flug dauerte auch nur 50 Minuten, aber als ich dem Veranstalter [des Schulslams] sagte, ich müsse am nächsten Tag morgens einen Workshop geben und mir das mit der Bahn nicht mehr reichen würde, sagte er gleich, er würde mich einfliegen lassen - das schlägt man ja dann auch nicht aus).
Dort wurde ich von vier Schülern abgeholt, die abends den Slam in Viersen-Dülken organisierten (und für ne knappe Stunde Parken am Flughafen 7,20 Euro zahlten) und nach Dülken verfrachtet.
Erfreulicherweise wurde dort gerade die traditionelle Bierbörse aufgebaut, sodass wir den Mittag neben meinem ersten Eis in dieser Saison auch noch vernünftig gestalten konnten.
Beim abendlichen Slam waren, den 37°C, der Bierbörse und dem Viertelfinale Ghana-Uruguay verschuldet, leider keine 100 Zuschauer.
Es gewann mit Nanni eine Schülerin von dort, Andy Strauß, ein weiterer Schüler und ich bildeten die Jury.
Die Stimmung nahm mit den sinkenden Temperaturen einhergehend zu, aber letztlich klebten doch alle an ihren Stühlen und freuten sich auf die Bierbörse danach. Die nahm ich auch dankend mit, trank "duff Bier", nippte an Kirschbier und wurde von einem japanischen Gebräu positiv überrascht.
Am nächsten Morgen - mittlerweile hatte sich mein Körper wohl an die Aufstehzeit gewöhnt - ging der Flug dann nach einem vertrockneten Flughafen-Brötchen mit vertrocknetem Käse für vertrocknete 3,50 Euro wieder zurück und mit dem Auto direkt nach Göppingen, wo ich mit Alexander Willrich am Mörike Gymnasium einen Slam-Workshop gab.
Die Gruppe bestand aus neun Personen, alle sehr motiviert und begabt, die uns einen fabelhaften Mittag bescherten.
Am Abend waren wir beide - also Hanz N Roses - bei einem Abiball in Stuttgart gebucht, deshalb ging es denselben Weg wieder zurück, den ich fünf Stunden zuvor erst hingefahren bin. In Stuttgart-Degerloch angekommen, stellten wir das Auto ab und suchten eine geeignete Deutschland-Argentinien-Spiel-anschau-Gelegenheit. In einer Dönerbude wurden wir fündig, verließen diese aber zur Halbzeit mangels Bierofferte wieder. Der Biergarten schien auf den ersten Blick geeigneter - auf den zweiten entpuppte er sich aber als Ansammlung einer verschworenen Gemeinde: Hobbytrainer, Fußballkindereltern, Stammtischlamentierer, die in breitestem schwäbisch den Flachbildschirm anbrüllten, in der Hoffnung, die Spieler könnten sie hören.
Dem Spielverlauf entsprechend gut gelaunt machten wir uns nach dem Spiel auf den Weg zum besagten Abiball.
Dieser fand in einer Turnhalle statt und unsere Hoffnungen auf eine Dusche wuchs minütlich, bis sie vor den verschlossenen Umkleideräumen jäh geohrfeigt wurde (wie kann man so drauf sein?! Es ist scheißheiß!)
Dessen ungeachtet warfen wir uns dennoch in Schale, was, wie Besucher des Ludwigsburger Slams wissen, heißt: Einer trägt Anzug, der andere Jeans, Sneakers und Blazer.
Die meisten der Abiturienten und deren Familien konnten das Spiel nicht sehen, da Anfangs- und Aufhübschzeit das nicht zuließen. Das könnte die Stimmung erklären. Nachdem der Rektor dann auch nach 1,5stündiger Rede, Ehrung und Zeugnisübergabe fertig war, fing ich an, Wein zu ordern. Darin sah ich die Rettung.
Nach dem Essen waren wir dann mit einem Team- und je einem Solotext dran. Die Stimmung war ungefähr so gut, wie beim Jahresausflug der Vegetarier in den Schlachthof und ich machte weiter, Wein zu ordern. Darin sah ich die Rettung.
Alex blieb dankenswerterweise nüchtern und brachte uns am Abend noch nach Reutlingen und mich ins Bett. Heute früh stand dann Teil zwei des Workshops in Göppingen an und die Teilnehmer warteten teilweise mit großartigen Texten auf. Im Hinblick auf den Slam im Rahmen des "Courage wird Kult"-Festivals in zwei Wochen in Göppingen also ein voller Erfolg. Nächstes Wochenende gibt's wohl ne Fortsetzung.

Ich gehe jetzt schlafen und habe den Wecker schon gestellt: 06.10 Uhr, Workshop geben.
(ich gelobe, beim nächsten Mal auch fetzige Bilder einzustellen)

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Hanz

HanzIm Februar 2011: Hanz' erstes Buch (+CD)
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Hanz stammt aus der Nähe Stuttgarts und slammt seit Januar 2008. Ein halbes Jahr später begann er, im gesamten deutschsprachigen Raum aufzutreten und vertrat die Stadt Kiel beim GIPS 2008 in Zürich. Mittlerweile kann er auf über 100 Slamsiege zurückblicken und hat mehr als 400 Auftritte absolviert.

Bei den deutschsprachigen Meisterschaften 2009 in Düsseldorf startete er über eine der Wildcards, 2010 für Ansbach und 2011 für Bielefeld.

Gemeinsam mit Alexander Willrich bildet Hanz das Slam-Team "Hanz N' Roses".

Er ist Slammaster/Moderator folgender Slams:
- Ludwigsburg, Kunstverein
- Eichstätt, Gutmann
- Aalen, frapé
- Künzelsau, Kokolores
- Ludwigsburg, PH
- Crailsheim, Jugendzentrum
- Landau, Universum

Zudem leitet er Poetry Slam-Workshops und hat einen Lehrauftrag zum Thema an der PH Ludwigsburg.

Kontakt: info [ät] poetryhanz [Punkt] de