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Forum - Texte - Krankheit Depression

Krankheit Depression

Krankheit Depression

Stelle dir vor, ein Raum, ein leerer Raum und du. Der Raum ist weiß, ein nichts aus dir und Raum. Der Raum ist dein Leben. Du siehst dich und dein Leben, ein buntes und bewegtes Leben, so viele Farben, Erlebnisse, deine Gefühle, welche alle bedient und durchlebt werden von dir. Du springst umher in deinem Raum, eine Szene jagt die nächste in deinem Leben.
Du bist aktiv in deinem Leben, dein eigener Gast in ständiger Bewegung.
In deinem Leben erscheint aus dem nichts ein Stuhl, den du zur Kenntnis nimmst aber nicht nutzt. Du lebst dein Leben weiter, springst umher in deiner eigenen Welt der Szenen. Es kommt der Tag an dem du Platz nimmst auf diesem Stuhl, deinen eigenen Stuhl den du dir selbst ungewollt erschaffen hast. Du beobachtest jetzt dein buntes, bewegtes Leben und lächelst, lächelst für dich alleine. Du merkst du wirst müde, doch du springst wieder und weiter umher. Irgendwann sitzt du wieder auf deinem Stuhl und willst in dein Leben springen, doch du merkst, du bist zu müde und fängst an dein Leben zu beobachten, ohne zu lächeln.
Immer seltener schaffst du es aufzustehen und in dein Leben zu springen um aktiv zu sein.
Du fühlst dich schwer und gebunden an diesen Stuhl. Deine Szenen werden weniger, deine Bewegung wird weniger. Du fängst an dir Fragen zu stellen, erst wenige dann immer mehr.
Deine Fragen quälen dich. Du suchst nach Antworten. Warum kann ich nicht mehr aufstehen?
Du erträgst das alles ruhiger wird in deinem Leben, du weißt aber, dass etwas nicht stimmt.
Du fängst an dich schuldig zu fühlen, versagt zu haben. Deine Fragen werden mehr. Wer bin ich ???? Fragen, du hast so viele Fragen die du dir nicht beantworten kannst, obwohl du es möchtest. In deinem Raum gibt es nur noch dich, deinen Stuhl. Keine bunten Bilder mehr, keine Bewegung. Dich, deinen Stuhl, es kommt Nebel auf der dir die Sicht versperrt. Deine Klarheit schwindet. Du versuchst zu sehen, zu verstehen und spürst, dass du nur noch Wut empfindest, Wut auf alles und jeden und auf dich selbst. Der Nebel wird dicker, immer undurchdringlicher. Du erahnst nur noch dein Leben das so bunt und voller Bewegung war.
Du lernst zu ertragen das es so ist wie es ist und merkst wie deine Wut immer größer wird, du kämpfst einen Kampf gegen dich selbst, gegen den Nebel, der dein eigener Nebel ist. Ab und an ein klarer Fetzen deiner selbst in diesem Nebel, doch zu schwach um wieder zu wachsen. Du entgleitest dir selbst. Ohnmächtig dich selbst zu ertragen, deine Umwelt zu ertragen. Du fliehst auf deinem Stuhl in den Schlaf. Du bist zu müde um deinen Nebel zu ertragen, ihn zu vertreiben. Du schläfst und schläfst, immer mehr. Ab und zu wachst du auf um zu funktionieren, zu arbeiten, gerade auf deinem Suhl zu sitzen, auch wenn du die Kraft dafür nicht hast. Du schläfst fast nur noch um nicht mehr denken zu müssen, deine Fragen auszuhalten die du dir nicht beantworten kannst. Und irgendwann willst du sterben. Du weißt das der Tot keine Lösung ist, doch aus irgendeinem Grund denkst du es wäre die Lösung deines negativen Denkens. Jenes Denkens, weil du angefangen hast zu glauben nicht mehr zu fühlen, außer Schuldigkeit. Das einzige was dir geblieben ist, ist diese kleine Stimme die dir sagt: “Das bist nicht du die sterben will“. Du hast die Wahl. Du triffst deine letzte und erste Entscheidung, nicht zu sterben!
Du schreist um Hilfe in einer Sprache die niemand zu verstehen scheint, Schweigen versteht keiner. Du bittest in deinem Nebel um Hilfe und siehst eine Hand. Deine eigene Hand die dich zu einer fremden Hand führt. Die fremde Hand hält dich und du versuchst zu sprechen um endlich gehört zu werden. Die fremde Hand versteht dich und reißt dich aus deinem Nebel, von deinem Stuhl. Du schaust dich um. Willst wissen wo du bist. Du sitzt auf einem neuen Stuhl, ein fremder Stuhl dem du versuchst zu vertrauen. Du hast Angst, große Angst. Dein alter Stuhl war sicher, wackelfest und bewegungslos. Doch du glaubst an diesen fremden Stuhl, fremde Hände die dir ihre Hilfe anbieten. Du versuchst sie zu fassen und greifst daneben. Du schließt deine Augen und greifst nach einer dieser Hände weil du spüren kannst, dass sie dir nichts Böses wollen. Es tut dir gut, so unendlich gut. Du greifst öfter zu, auch wenn es dir schwer fällt. Du stehst auf und schmeißt dich in deinen Nebel mit den helfenden Händen. In deinem Nebel wird es heller, immer öfter erkennst du klare Fetzen. Du willst sie halten, doch das gelingt dir noch nicht. Du fängst an zu weinen, so viele Tränen. Du hast kapiert, dass die klaren Fetzen du selbst bist, wie du bist, dein bunter Raum in dem du vor langer zeit warst. Du weinst noch mehr weil du zu dir zurück willst. Du fühlst, du fühlst so viel und lernst. Du gibst deinem Raum neue Bilder, sie sind schwarz-weiß, für bunt ist deine Kraft nicht da. Du geht’s deinen weg mit deinen neuen Bildern die du doch irgendwie kennst. Du willst laufen, immer öfter, doch es reicht nur für Schritte. Immer öfter erhebst du dich von deinem neuen Stuhl um gehen zu lernen. Schritt für Schritt versuche ich zurechtzukommen, weiter zu gehen. Laufen kann ich noch nicht aber ich habe angefangen mich von meinen Stühlen zu erheben um weiter zu gehen, wieder weiter zu gehen, Schritt für Schritt mir selbst und der Welt entgegen zu gehen. Ich habe mich gewählt, nicht den Tot. Ich habe gelernt nicht tot zu sein, emotionslos zu sein aber zu begreifen, dass ich Krank bin. Mein Stuhl ist noch da und aus Gewohnheit nutze ich ihn auch. Ich sitze auf meinem Stuhl, einem neuen Stuhl und beobachte meinen Raum und die fremden Bilder. Meine wenigen Bilder betrete ich.
Mein Raum ist ein Puzzle geworden. Ich suche meine Teilchen für mein Puzzle. Irgendwann verlasse ich meinen Raum und meinen Stuhl um ein ganzes Puzzle zu sein, mein eigenes Puzzle meiner Selbstliebe und Lebensfreude. Mich selbst aus meinen eigenen Teilchen zusammenzusetzen um endlich wieder ich selbst zu sein, um mein Leben zu leben und nichts anderes !!!!
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