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Eine Stellungnahme zum Thema "Frauen und Poetry Slam" bezogen auf den Artikel "Lyrische Emanzipation" aus der Berliner Zeitung vom 10. Dezember 2010.
Am 10. Dezember erschien in „Berlinonline“ der Artikel von Marten Hahn „Lyrische Emanzipation“, in dem er schreibt, dass Frauen im Poetry Slam sich von der Liebeslyrik emanzipieren sollen. Dies ist eine Antwort darauf.
Herr Hahn schreibt, dass Frauen (und ja, er differenziert in diesem Artikel an keiner Stelle, deshalb wird hier immer von DEN Frauen im Allgemeinen die Rede sein, das heißt von prinzipiell allen Frauen, die der Autor alle zu kennen scheint) egal wo, egal in welcher Stadt und egal auf welcher Bühne es einfach nicht schaffen, ein anderes Thema als die Liebe für ihre Texte zu finden.
Zunächst einmal ist anzumerken, dass es durchaus erstaunlich ist, dass Herr Hahn es schafft, so viele Poetry Slams in „ Hamburg, Düsseldorf, München, Berlin“ gesehen zu haben. Zumindest schreibt er das. Auch interessant ist, dass er es dabei geschafft hat, ausschließlich Slams zu besuchen, bei denen Frauen zugegen waren, die Liebeslyrik zum Besten gegeben haben. Nun, gehen wir davon aus, dass besagter Herr also tatsächlich ein solcher Fan ist, dass er die Zeit hat, so viele Slams in so vielen Städten zu besuchen. Kann es da sein, dass das Schicksal es tatsächlich wollte, dass in all diesen Städten tatsächlich keine einzige Frau dabei war, die eine andere Textform gewählt hat?
Weiter schreibt Herr Hahn: „ Mehrmals habe ich mich an Liebeslyrik versucht. Jedes Mal bin ich kläglich gescheitert“. Tja. Herr Hahn (der übrigens auch mitteilt, noch niemals auf einer Slam Bühne gestanden zu haben) scheitert also so schön an dem, was er selber nicht mehr hören will. Ihm zu unterstellen, dass darin vielleicht der Grund seiner völlig aus der Luft gegriffenen Allgemeinplätze liegt, wage ich nicht. Denn jetzt stellt sich heraus: eigentlich sollte dieser Satz nur als Wegbereiter dienen, um klarzustellen: Der Herr Hahn kann leider nicht so gut schreiben, aber andere Männer können das („Da gibt es andere Männer, die das besser können. Vor allem Männer. Zu viele Männer.“) – leider aber nicht genug Frauen.
Was der Autor fordert: Frauen sollen also jetzt bitteschön aufhören über Liebe zu schreiben, wenn sie es aber wagen, dann bitte nach seinen Vorstellungen und seinen Ideen. Er hat da auch gleich ein paar Rezepte: Selbstinszenierung und Selbstvertrauen (das den Damen angeblich fehlen würde) sowie die Emanzipation von... ja, von was eigentlich?
Herr Hahn hat offensichtlich einiges nicht gesehen. Zum Beispiel Frauen, die brüllen, die weinen, die rufen, die sich Gedanken machen. Ich kenne da einige. Der Großteil der Frauen, die ich kenne, schreiben über Liebe. Und über alles andere auch. Über Autos, über die Großstadt, über Medizin und Atemnot und über Alltag und Uni und Waschmaschinen und Supermärkte. Die Frauen, die ich kenne schreiben über ihr Leben, das sich keinesfalls nur um einen Mann dreht, wie der Autor dieses Artikels es hier unterstellt.
Das Bild, das ein Artikel wie dieser entwirft, ist eindimensional und zeugt schlicht von Unkenntnis. Wer so einen Artikel schreibt, der kennt keine Johanna Wack, keine Nadja Schlüter und all die anderen starken Frauen, die auf Bühnen brüllen und beißen. Wer so einen Artikel schreibt, der wünscht sich etwas, das schon lange existiert. Und der befeuert die Vorurteile gegen die, die sich jeden Tag damit auseinandersetzen müssen. Ich bin und war eine von denen und ich sende Ihnen hiermit einen schönen Gruß, Herr Hahn. Sie haben nichts verstanden. Aber das macht nichts. Denn das haben Sie ja schon selber gemerkt: „ Eure Wortungetüme sind wie abstrakte Kunst. Die spricht auch zu mir und ich verstehe sie nicht.“ Ich glaube, das geht Ihnen wohl öfter so. Nicht bloß bei den Wortungetümen.
also frauen schreiben frauig und männer schreiben männlich.....
...
jaaaaa dieser artikel gehört nun wirklich in die bild zeitung.
ansonsten kann ich mich über diesen artikel nur amüsieren.
und:
sophie passmann schreibt wien echter kerl!
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December 23, 2010 6:05 am
Was mich am meisten stört an dem Artikel ist die Forderung nicht mehr über Liebe/Beziehungen zu schreiben.
Wenn ein Text gut gemacht ist ist er gut, ganz egal welches Thema er behandelt oder welchem Genre er angehört.
Nicht nur dass es deswegen total falsch ist überhaupt irgendeinen Themenkomplex kategorisch abzulehnen, die Forderung an sich ist die Forderung nach einer künstlerischen Beschneidung.
Genauso gut könnte man verlangen alle Jungs sollen ab jetzt keine lustigen Kurzgeschichten mehr schreiben.
Hallo? Vielleicht mal dran gedacht dass manche halt gern über Liebe schreiben und andere lustige Kurzgeschichten?
Wem es nicht taugt soll halt zu Hause bleiben.
Denn was ist denn die Alternative zu dass zum Ausdruck bringen was man zum Ausdruck bringen will?
Außer Gleichschaltung, Auftragskunst und Anbiederung ans Publikum?
Insofern bitte Slammer und Slammerinnen, macht wozu ihr Bock habt.
-
December 11, 2010 11:01 pm
Es wäre doch eine schöne "Idee",wenn wir einen speziell "Alles außer Herzschmerz" Slam machen,oder seh ich das falsch?
Und dann laden wir den Herr'n Hahn, als" V-i-p" ein..,so mit allem drum un dran,wiee in einem Harem,mit allen Gaben die uns gegeben werden wir ihn verwöhne und ihn bekehren...
vielleicht muß er nur einmal mitten drin sein,im Geschehen...
laßt uns ihn erleuchten,und ihn den "Weg" zu seiner Feminimität füheren.
Das auch "wir",zuu weit aus mehr' Berufen seien können', und auch sind!!"
Das wäre doch ein schöner "Uranos"...für Ihn,denke ich,und Spaß werden wir auch sicher haben..
In Diesem Sinne..ein hoch auf das was wir alle sind....
"Sowoh als auch"
Xochil, das könnte den Artikel gut erklären. Warum sollte "man" nicht von der Liebe reden, wichtige Sache - "L. ist alles? L. ist alles?" -und es kann sich mal ein Thema in einem Slam zufällig ballen, von beiden Seiten aus. Aber ich hab slammende Frauen auch nicht spezialisiert erlebt, auf die textliche Darstellung von Liebesleben und -leid, im Herzschmerz rührend ...
Falls Marten gerade beim Slam im Lido/Berlin gewesen sein sollte, was ich mir nach der Lektüre des Artikels vorstellen könnte, dann hat er auf jeden Fall richtig beobachtet. Alle drei Frauen (inkl. mir) haben ernste Beziehungs- bzw. Frauenrollentexte gemacht. Ich war die dritte und habe tatsächlich überlegt, etwas Lustiges zu machen, damit es von weiblicher Seite aus nicht dreimal oberemo wird. Aber ehrlichgesagt fand ich an dem Abend so viele Texte klamaukig, dass ich mich dem noch weniger anschließen mochte.
Also, lieber Marten, die Slams, die du besucht hast, waren nicht repräsentativ. Es gibt nicht wenige Slammerinnen, die praktisch garnicht von Liebe und Beziehung schreiben (was ich irgendwann auch schon mal etwas schade fand). Und es gibt, glaube ich, keine einzige Slammerin, die nur von Liebe schreibt. Die Themenvielfalt der männlichen Slammer ist nach meiner Einschätzung nicht größer als die weiblicher Slammerinnen.
Der Autor hat eine extreme Wahrnehmungsstörung - er nimmt wohl nur das wahr, was ihn stört.
Oder er hat in seinem Leben nur einen einzigen (zudem vielleicht untypischen) Poetry Slam besucht und extrapoliert dann in unzulässiger Weise das dort Gehörte auf die gesamte Slam-Szene.
anders kann ich mir nicht erklären, wieso der Autor dieses Artikels derart daneben liegt.
Die angeblich vorherrschende "hochdeprimierende Betroffenheitslyrik", deren Worte "wie Motten um die immergleichen Frauenzeitschriftsthemen kreisen" ist nämlich nicht die Regel, sondern eine seltene Ausnahme. Ich habe mittlerweile an mehr als 200 Poetry Slams teilgenommen, und kann das nun wirklich beurteilen.
Gut, es geht bei den Texten der Slammerinnen durchaus schon häufiger um Beziehungen. Aaaber - wer die in vielen Fällen dahinter verborgene Ironie nicht wahrnimmt, die solche Texte oft ungeheuer witzig machen (Kathrin, ich denke da auch an einige Texte von dir!), dem ist beim besten Willen nicht zu helfen.
Ich möchte Kathrins Liste noch folgende Autorinnen hinzufügen:
- Xochil: sie schreibt die wohl exzellenteste Lyrik, die ich kenne, für die sogar ein 150-prozentiger Kopfmensch wie ich ein Gefühl hat - und ihre eigentlichen Slam-Texte haben eine wieder ganz andere Qualität, sie haben Tempo und reißen mit.
- Peh: sie schreibt fast nur ernste Texte, die aber sprachlich brilliant sind und mit "Wortungetümen" ganz und gar nichts zu tun haben. Dazu verfügt sie über eine geradezu magische Bühnenpräsenz.
- Etta Streichers kühne Wortkompositionen reißen mich ebenfalls vom Hocker - sie sind sicher nicht jedermanns Geschmack, aber großartig sind sie in jedem Fall.
- Bei Bente Varlemanns Texten liege ich bisweilen vor Lachen am Boden, trotzdem sind es keine rein humoristischen Texte - und sie sagt mir dann hinterher dann noch, dass sie selbst diesen Text gar nicht mal so gut findet ;)
- Johanna Wacks mit ihrem unnachahmlichen schwarzen Humor wurde schon erwähnt
- Dann habe ich bei den Nationals einen sehr ernsten Text von Catherine de la Roche gehört, der mir noch heute sehr deutlich im Gedächtnis geblieben ist - als ich ihn hörte, musste ich mich geradezu gewaltsam zwingen, meine Aufmerksamkeit den nächsten Vortragenden zu widmen. Gut - dieser Text mag auf manche deprimierend wirken, aber "Betroffenheitslyrik" ist er ganz und gar nicht.
Ich muss mich an dieser Stelle bei den vielen Slammerinnen entschuldigen, die ich hier nicht erwähnt habe, aber schon meine kleine Liste macht wohl hinreichend deutlich, dass der Autor, die Slamszene, wenn überhaupt, nur höchst oberflächlich kennt.
Also, liebe Slammerinnen: Zieht euch diesen Schuh dieses Unwissenden nicht an und macht weiter so.
aber da kann man nichts machen: ich liebe justus jonas nun mal für immer. er ist das thema meines herzens. pauline
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December 10, 2010 11:14 pm
Khatrin!Ehhm soll ich Kay sagen...sehr hübsches Bild,(Burner)
das unterstreicht nochmal wieee wandelbar Das Göttliche Wesen einer Frau ist!!
Sehr Geil!:)
Vielleicht geben Julian, Julius und Felix uns dummen Frauen ja ein bisschen was von ihrem Genius ab. Die drei sind ja lieb, die machen das bestimmt. Obwohl natürlich alle Männer scheiße sind, wie man aus jedem meiner gebrochenes-Herz-Texte entnehmen kann.
forum - Poetry Slam Magazin - BEIßEN UND TRETEN- Eine Stellungnahme
BEIßEN UND TRETEN- Eine Stellungnahme
Herr Hahn schreibt, dass Frauen (und ja, er differenziert in diesem Artikel an keiner Stelle, deshalb wird hier immer von DEN Frauen im Allgemeinen die Rede sein, das heißt von prinzipiell allen Frauen, die der Autor alle zu kennen scheint) egal wo, egal in welcher Stadt und egal auf welcher Bühne es einfach nicht schaffen, ein anderes Thema als die Liebe für ihre Texte zu finden.
Zunächst einmal ist anzumerken, dass es durchaus erstaunlich ist, dass Herr Hahn es schafft, so viele Poetry Slams in „ Hamburg, Düsseldorf, München, Berlin“ gesehen zu haben. Zumindest schreibt er das. Auch interessant ist, dass er es dabei geschafft hat, ausschließlich Slams zu besuchen, bei denen Frauen zugegen waren, die Liebeslyrik zum Besten gegeben haben. Nun, gehen wir davon aus, dass besagter Herr also tatsächlich ein solcher Fan ist, dass er die Zeit hat, so viele Slams in so vielen Städten zu besuchen. Kann es da sein, dass das Schicksal es tatsächlich wollte, dass in all diesen Städten tatsächlich keine einzige Frau dabei war, die eine andere Textform gewählt hat?
Weiter schreibt Herr Hahn: „ Mehrmals habe ich mich an Liebeslyrik versucht. Jedes Mal bin ich kläglich gescheitert“. Tja. Herr Hahn (der übrigens auch mitteilt, noch niemals auf einer Slam Bühne gestanden zu haben) scheitert also so schön an dem, was er selber nicht mehr hören will. Ihm zu unterstellen, dass darin vielleicht der Grund seiner völlig aus der Luft gegriffenen Allgemeinplätze liegt, wage ich nicht. Denn jetzt stellt sich heraus: eigentlich sollte dieser Satz nur als Wegbereiter dienen, um klarzustellen: Der Herr Hahn kann leider nicht so gut schreiben, aber andere Männer können das („Da gibt es andere Männer, die das besser können. Vor allem Männer. Zu viele Männer.“) – leider aber nicht genug Frauen.
Was der Autor fordert: Frauen sollen also jetzt bitteschön aufhören über Liebe zu schreiben, wenn sie es aber wagen, dann bitte nach seinen Vorstellungen und seinen Ideen. Er hat da auch gleich ein paar Rezepte: Selbstinszenierung und Selbstvertrauen (das den Damen angeblich fehlen würde) sowie die Emanzipation von... ja, von was eigentlich?
Herr Hahn hat offensichtlich einiges nicht gesehen. Zum Beispiel Frauen, die brüllen, die weinen, die rufen, die sich Gedanken machen. Ich kenne da einige. Der Großteil der Frauen, die ich kenne, schreiben über Liebe. Und über alles andere auch. Über Autos, über die Großstadt, über Medizin und Atemnot und über Alltag und Uni und Waschmaschinen und Supermärkte. Die Frauen, die ich kenne schreiben über ihr Leben, das sich keinesfalls nur um einen Mann dreht, wie der Autor dieses Artikels es hier unterstellt.
Das Bild, das ein Artikel wie dieser entwirft, ist eindimensional und zeugt schlicht von Unkenntnis. Wer so einen Artikel schreibt, der kennt keine Johanna Wack, keine Nadja Schlüter und all die anderen starken Frauen, die auf Bühnen brüllen und beißen. Wer so einen Artikel schreibt, der wünscht sich etwas, das schon lange existiert. Und der befeuert die Vorurteile gegen die, die sich jeden Tag damit auseinandersetzen müssen. Ich bin und war eine von denen und ich sende Ihnen hiermit einen schönen Gruß, Herr Hahn. Sie haben nichts verstanden. Aber das macht nichts. Denn das haben Sie ja schon selber gemerkt: „ Eure Wortungetüme sind wie abstrakte Kunst. Die spricht auch zu mir und ich verstehe sie nicht.“ Ich glaube, das geht Ihnen wohl öfter so. Nicht bloß bei den Wortungetümen.
Herzlichst, Ihre Kathrin Weßling.
Artikel: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1210/feuilleton/0051/index.html
BEIßEN UND TRETEN- Eine Stellungnahme
Randale& Liebe in Hamburg
...
jaaaaa dieser artikel gehört nun wirklich in die bild zeitung.
ansonsten kann ich mich über diesen artikel nur amüsieren.
und:
sophie passmann schreibt wien echter kerl!
Wenn ein Text gut gemacht ist ist er gut, ganz egal welches Thema er behandelt oder welchem Genre er angehört.
Nicht nur dass es deswegen total falsch ist überhaupt irgendeinen Themenkomplex kategorisch abzulehnen, die Forderung an sich ist die Forderung nach einer künstlerischen Beschneidung.
Genauso gut könnte man verlangen alle Jungs sollen ab jetzt keine lustigen Kurzgeschichten mehr schreiben.
Hallo? Vielleicht mal dran gedacht dass manche halt gern über Liebe schreiben und andere lustige Kurzgeschichten?
Wem es nicht taugt soll halt zu Hause bleiben.
Denn was ist denn die Alternative zu dass zum Ausdruck bringen was man zum Ausdruck bringen will?
Außer Gleichschaltung, Auftragskunst und Anbiederung ans Publikum?
Insofern bitte Slammer und Slammerinnen, macht wozu ihr Bock habt.
Und dann laden wir den Herr'n Hahn, als" V-i-p" ein..,so mit allem drum un dran,wiee in einem Harem,mit allen Gaben die uns gegeben werden wir ihn verwöhne und ihn bekehren...
vielleicht muß er nur einmal mitten drin sein,im Geschehen...
laßt uns ihn erleuchten,und ihn den "Weg" zu seiner Feminimität füheren.
Das auch "wir",zuu weit aus mehr' Berufen seien können', und auch sind!!"
Das wäre doch ein schöner "Uranos"...für Ihn,denke ich,und Spaß werden wir auch sicher haben..
In Diesem Sinne..ein hoch auf das was wir alle sind....
"Sowoh als auch"
Peace
Also, lieber Marten, die Slams, die du besucht hast, waren nicht repräsentativ. Es gibt nicht wenige Slammerinnen, die praktisch garnicht von Liebe und Beziehung schreiben (was ich irgendwann auch schon mal etwas schade fand). Und es gibt, glaube ich, keine einzige Slammerin, die nur von Liebe schreibt. Die Themenvielfalt der männlichen Slammer ist nach meiner Einschätzung nicht größer als die weiblicher Slammerinnen.
Oder er hat in seinem Leben nur einen einzigen (zudem vielleicht untypischen) Poetry Slam besucht und extrapoliert dann in unzulässiger Weise das dort Gehörte auf die gesamte Slam-Szene.
anders kann ich mir nicht erklären, wieso der Autor dieses Artikels derart daneben liegt.
Die angeblich vorherrschende "hochdeprimierende Betroffenheitslyrik", deren Worte "wie Motten um die immergleichen Frauenzeitschriftsthemen kreisen" ist nämlich nicht die Regel, sondern eine seltene Ausnahme. Ich habe mittlerweile an mehr als 200 Poetry Slams teilgenommen, und kann das nun wirklich beurteilen.
Gut, es geht bei den Texten der Slammerinnen durchaus schon häufiger um Beziehungen. Aaaber - wer die in vielen Fällen dahinter verborgene Ironie nicht wahrnimmt, die solche Texte oft ungeheuer witzig machen (Kathrin, ich denke da auch an einige Texte von dir!), dem ist beim besten Willen nicht zu helfen.
Ich möchte Kathrins Liste noch folgende Autorinnen hinzufügen:
- Xochil: sie schreibt die wohl exzellenteste Lyrik, die ich kenne, für die sogar ein 150-prozentiger Kopfmensch wie ich ein Gefühl hat - und ihre eigentlichen Slam-Texte haben eine wieder ganz andere Qualität, sie haben Tempo und reißen mit.
- Peh: sie schreibt fast nur ernste Texte, die aber sprachlich brilliant sind und mit "Wortungetümen" ganz und gar nichts zu tun haben. Dazu verfügt sie über eine geradezu magische Bühnenpräsenz.
- Etta Streichers kühne Wortkompositionen reißen mich ebenfalls vom Hocker - sie sind sicher nicht jedermanns Geschmack, aber großartig sind sie in jedem Fall.
- Bei Bente Varlemanns Texten liege ich bisweilen vor Lachen am Boden, trotzdem sind es keine rein humoristischen Texte - und sie sagt mir dann hinterher dann noch, dass sie selbst diesen Text gar nicht mal so gut findet ;)
- Johanna Wacks mit ihrem unnachahmlichen schwarzen Humor wurde schon erwähnt
- Dann habe ich bei den Nationals einen sehr ernsten Text von Catherine de la Roche gehört, der mir noch heute sehr deutlich im Gedächtnis geblieben ist - als ich ihn hörte, musste ich mich geradezu gewaltsam zwingen, meine Aufmerksamkeit den nächsten Vortragenden zu widmen. Gut - dieser Text mag auf manche deprimierend wirken, aber "Betroffenheitslyrik" ist er ganz und gar nicht.
Ich muss mich an dieser Stelle bei den vielen Slammerinnen entschuldigen, die ich hier nicht erwähnt habe, aber schon meine kleine Liste macht wohl hinreichend deutlich, dass der Autor, die Slamszene, wenn überhaupt, nur höchst oberflächlich kennt.
Also, liebe Slammerinnen: Zieht euch diesen Schuh dieses Unwissenden nicht an und macht weiter so.
Und vor allem: Werdet mehr!
das unterstreicht nochmal wieee wandelbar Das Göttliche Wesen einer Frau ist!!
Sehr Geil!:)
Nadja: selbst wenn sie uns etwas abgeben würden, wird würden nichts damit anfangen können, so hart das klingt: wir haben keinen Penis!
"Herr Hahn", wäre wohl auch gern eine Henne geworden...
statt dessen legt er und so ein Kukucks-Ei hierein.
So kann er trotzdem keine Eier selber legen,und das wird sich nicht ändern!
Und Eier in der Hose haben wir auch!
Schöne Grüße an alle Ladys die auf "Herzschmerz"stehen...und mehr!!
Peace
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kathrin_wessling
Ich bin nicht Bente Varlemann.