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Mit einem Holzhammer in der Gummizelle philosophieren (by Andivalent)

Es gibt Leute die sind homophob. Und zwar richtig. Die werden wirklich wütend wenn sie an Schwule denken: "AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAArgh".
Was ich total schwul find.
Weil das so emotional ist.

Jedenfalls raff ich das nicht.
Am allerbesten wär es doch wenn alle anderen Typen schwul wären!

Denn wenn alle anderen Typen schwul wären, dann wär man selbst sowas wie der letzte Mohikaner. Alle Chikas müssten dann zu einem kommen.
"Was der ist nicht schwul? Geil, das es sowas noch gibt."
Und alle Typen könnten sich untereinander vergnügen.
Heißt, an jeden Typen wär gedacht.
Außer an die Frauen.
Aber an Frauen kann man aus Solidarität zu allen Typen ja nicht denken.
Was eigentlich etwas schwul ist.

Aber trotzdem, um den Punkt mal klar zu machen, je mehr Typen schwul sind, desto weniger Konkurrenz gibt es für die Heteros.

Aber ein Homophober denkt anscheinend total anders.
Der latscht irgendwo entlang, sieht ne Schwuchtel und denkt sich:

"Ey, dem schlag ich die Fresse ein- der will nicht die Frau ficken, die ich ficken will".

Wie absurd.
Mit Logik hat das nix zu tun. Das sieht man auch bei religiösen Leuten.
Die kommen an mit: "Hey, ich glaub an so ein unsichtbares Wunderwesen das auf einer Wolke sitzt und alles sieht und bewertet. Und dieses Wunderwesen, das ich selbst noch nie gesehen habe und für dessen Existenz es keinerlei Beweise gibt, sagt mir das es total schlimm ist wenn man schwul ist".
Und wenn man dann darauf antwortet:
"Hey, mein Wunderwesen, an das ich glaube, und für dessen Existenz es keinerlei Beweise gibt, dieses Wunderwesen hat mir gesagt ich soll bloß nicht auf Leute hören die an Wunderwesen glauben- weil die sind alle schwul!" - dann, ja dann ist das Blasphemie und ich schwul nach der Logik des Satzes. Und das kann ja gar nicht stimmen.
Religion ist eh ein weites Feld.

Schon mal aufgefallen wie derbe das 10.Gebot doch eigentlich formuliert ist?

"Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgend etwas, das deinem Nächsten gehört."

Hört sich im Grunde an wie "meine Garage brennt: rettet mein Auto...und meine Frau die drinsitzt".
Der ganze Satz ist ein totaler clusterfuck: "Begehre nichts was deinem Nächsten gehört, wie seinen Esel... oder seine Frau."

Ich mein, wenn ich mich jetzt mal in einen Esel hineinversetze, dann fänd ich das ja total beleidigend in einen Topf geworfen zu werden mit einer Frau.

Und überhaupt..gilt das Gebot dann nur für Männer? oder ist das Begehren für Frauen nach anderen Männern schon abgehandelt in "du sollst nicht ehebrechen"?
ah..jetzt hab ichs..:
das heißt wohl der Mann kann eine Frau besitzen- die gehört ihm dann- aber eine Frau kann keinen Mann besitzen. So macht das Sinn.
Hatte schon Angst, dass mich die Bibel dazu verleitet einen feministischen Gedanken zu haben.

Das würde mich nämlich sicher verwirren. Muss super schwierig sein Leuten klarzumachen von Männern unterdrückt zu sein wenn man ein Mann ist. Als blonder Blauäugiger in Deutschland kann man sich ja auch schwer über erfahrenen Rassismus aufregen.
Dabei fand ich es immer schwierig als blonder Blauäugiger aufzuwachsen. Weil keiner in meiner Familie war blond und blauäugig,
und ich ja auch nicht. Insofern war das wirklich schwierig für mich. Dabei mag ich das Leben als blonder Blauäugiger.
Aber "mögen" ist ja ein eigenes Thema.

Ich mein, ist es nicht merkwürdig, dass der Satz "Ich mag dich nicht" immer als etwas Negatives aufgefasst wird, aber nie als etwas Neutrales?
Als wäre jemanden nicht mögen immer eine aktive, negative Emotion wie Hass und nicht nur die Abwesenheit von Sympathie.

Aber wenn man ein Telefonbuch aufschlägt und zufällig den Namen einer Person auswählt die man nicht kennt und fragt: "Magst du Theodor Kruse?" sollte die Antwort dann doch sein "Nein, Ich mag ihn nicht. Wie sollte ich den denn mögen? Ich kenn den ja gar nicht." (Abgesehen davon will ich den gar nicht kennen lernen, dafür müsst ich ihn ja mögen.)

Trotzdem scheint es jeder persönlich zu nehmen wenn ihm jemand sagt "Ich mag dich nicht", obwohl dies genaugenommen ja etwas Neutrales ist, die Mitte von Anti- und Sympathie.

Also: warum ist gemocht werden so wichtig? Wär es nicht im Gegenteil schlimm wenn jeder Vollidiot einen mögen würde?

Und trotzdem wollen Leute gemocht werden, selbst von Unbekannten.

Was wenn diese Unbekannten Nazis, Kinderficker oder psychopathische Massenmörder sind? Warum sollte man von denen gemocht werden?

"Hitler hätte mich gemocht".

Ist das ein Kompliment? Nein! Ist es nicht!

Schlussfolgerung:

Es ist viel wichtiger selbst zu mögen als gemocht zu werden.

Das heißt, wenn ich sag, dass ich Hitler mag, stimmt das zwar nicht, aber würde es stimmen, dann könnte ich aus Hitler ein positives Gefühl ziehen.

Und darum geht es doch: Es geht darum Hitler zu mögen!

q.e.d.
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